PRODUKTION

1. Wie entsteht eine DVD / Blu-ray?

Sobald der Vertrag mit dem japanischen Lizenzgeber unterschrieben ist, können wir mit unserer Arbeit beginnen.

  1. Material
    Zunächst müssen wir das Material für unseren Titel in Japan anfordern. Das kann manchmal recht schnell zur Verfügung stehen, weil eine Serie dort bereits lange auf DVD / Blu-ray erschienen ist. Bei Simulcasts oder sehr neuen Serien dauert es jedoch. Das liegt daran, dass diese zuerst im Fernsehen laufen. Das TV-Material wird dann von dem jeweiligen Produktionsstudio überarbeitet. Und bevor die Produkte in Japan nicht erschienen sind, dürfen wir nichts veröffentlichen. Oftmals gibt es zusätzlich noch eine Sperrfrist, die vorgibt wie viel Zeit zwischen dem japanischem und unserem Release mindestens vergangen sein muss.
    Sobald wir das Material erhalten haben, geben wir es an unsere Technik weiter. Die kontrolliert es, damit zeitnah in Japan reklamiert werden kann, wenn etwas nicht passen sollte. Währenddessen legen unsere Techniker bereits die Positionen fest, wo die fertigen Untertitel dann später hin sollen – sie „setzen“ die Untertitel. An diesem Punkt schaut bereits zum ersten Mal jemand den ganzen Film bzw. alle Episoden einer Serie durch. Eventuelle Fehler im Bild- oder Ton-Material können so bereits frühzeitig erkannt und behoben werden.
  2. Übersetzung, Redaktion & Grafikdesign
    Nach Erhalt des Materials geben wir das japanische Originalskript an unsere Übersetzer weiter. Sie erstellen eine Rohfassung der Übersetzung für das Synchronstudio, auf deren Basis der Regisseur später das Dialogbuch schreibt, sowie die Untertitel. Diese erhält unsere Anime-Redaktion dann zur Korrektur. Die Korrektur der Untertitel erfolgt in mehreren Abnahmeschritten – als Vorkorrektur ohne den Film, um etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler frühzeitig auszumerzen, sowie noch einmal mit der Videospur, um sicherzugehen, dass auch das Timing und die Lesbarkeit passen.
    Unsere Redaktion verfasst an dieser Stelle auch schon die Cover- und Booklettexte, sofern das Booklet nicht von einem externen Übersetzer aus dem Japanischen übersetzt wird.
    Neben dem Videomaterial liefert uns der Lizenzgeber auch das notwendige Artwork. Unsere Grafik-Abteilung kümmert sich um das Design der Verpackungen sowie der Extras. Zusätzlich entwirft und animiert sie die DVD/Blu-ray-Menüs.
  3. Synchronisation
    Sobald die Übersetzung fertig ist, geht sie an das ausgewählte Synchronstudio. Dort erarbeitet der Dialogregisseur ein Dialogbuch. Das ist das Drehbuch für die Sprecher. Dieses wird ebenfalls von unserer Anime-Redaktion auf sprachliche und inhaltliche Richtigkeit geprüft. Danach besprechen wir gemeinsam mit dem Studio – und ggf. dem Lizenzgeber – die Sprecherwahl. Mindestens zu Beginn der Synchronarbeiten ist unsere Anime-Redaktion auch im Aufnahmestudio anwesend und achtet auf die richtige Aussprache, gibt wenn nötig noch Tipps und beantwortet etwaige inhaltliche Fragen. Auch wenn die Redaktion an den Aufnahmen nicht teilnehmen kann, steht sie immer in engem Kontakt mit dem zuständigen Regisseur.
    Hat das Studio die Synchronfassung am Ende fertig gestellt, hört unsere Anime-Redaktion alles komplett ab und kann an dieser Stelle noch Korrekturen oder Verbesserungen anmerken.
  4. Approval
    Alle grafischen Bestandteile – z. B. die Verpackung, Menüs, Booklets, Postkarten – müssen zum Approval nach Japan. Hier kontrolliert der Lizenzgeber alles und merkt ggf. seine Änderungswünsche an. Sobald diese vorgenommen worden sind, gehen die korrigierten Versionen ein weiteres Mal nach Japan. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Lizenzgeber mit dem Produkt, das auf den deutschen Markt kommt, einverstanden und zufrieden sind.
  5. Authoring
    Wenn das OK aus Japan kommt, kann es ans Authoring gehen. Dort werden alle Ergebnisse aus den vorherigen Arbeitsschritten zusammengefügt (Bildmaterial, Ton, Untertitel, Menüs) und die ersten Test-DVDs bzw. -Blu-rays gehen an unsere Qualitätskontrolle.
  6. Qualitätskontrolle
    Wir ihr sicherlich gemerkt habt, haben schon vor diesem Schritt viele Menschen mehr als einen Blick auf das Produkt geworfen. Dennoch geht es bei unserer Qualitätskontrolle nun noch einmal so richtig ans Eingemachte. Anhand eines über die Jahre stark angewachsenen Checkkatalogs werden unterschiedlichste Punkte überprüft, wie z. B.: Stimmen alle Menüs? Sind die Kapitelmarker richtig gesetzt? Passt der Ton? Diese Überprüfung erfolgt zuerst in der Originalversion (sofern vorhanden) und danach in der Synchronfassung. Mit jeder weiteren Test-Disc wird dieser ganze Vorgang wiederholt. In der Regel schauen sich unsere Qualitätskontrolleure die Titel mindestens drei Mal komplett an.
  7. Presswerk & Druckerei
    Wenn die Qualitätskontrolle ihr OK gibt, werden die Master-Daten für das Presswerk angefertigt. Dieses schickt uns dann noch einmal eine fertig gepresste Test-Disc, die wir durchchecken. Die Druckdaten der Verpackung nehmen wir vor endgültigem Druckstart ebenfalls ab und kontrollieren sie. Nicht zuletzt das fertige Produkt landet vor Auslieferung noch einmal bei uns auf dem Tisch, um sicherzustellen, dass nicht noch beim Pressen oder Verpacken etwas schief gelaufen ist. Erst danach landet es in unserem Lager – und letztendlich beim Kunden.

2. Fehler trotz Qualitätskontrolle?

Wir legen besonderen Wert auf die Qualitätskontrolle. Bevor eine DVD/Blu-ray ins Presswerk geht, durchläuft sie mehr als zehn Schritte der Überprüfung. Dazu gehören Tests der Untertitel, der Tonspuren und der Funktionalitäten sämtlicher Menüs sowie darüber hinaus mehrfache Korrekturläufe sämtlicher Cover, Booklets und Labels. Trotzdem sind wir auch nur Menschen. Deshalb kann es dennoch passieren, dass uns ein Fehler durchschlüpft. Wir arbeiten jedoch daran, unsere Prozesse zu optimieren und die Fehlerquote zu minimieren.